Design Thinking ist in aller Munde und man könnte denken, dass jeder bereits seit Jahren ausgebildeter Design Thinking Experte sein sollte. Workshops wollen natürlich verkauft werden, aber wie auch bei allen anderen Methoden, ist auch Design Thinking nicht der beste Lösungsansatz für jede Herausforderung oder jeden Entwicklungsschritt. Wenn wir mal ehrlich sind… wenn mein Haus brennt, würde ich vermutlich auch eher die Feuerwehr rufen, als unsere Design Thinking Trainer. Daher wollen wir hier versuchen, die absolut berechtigte Frage beantworten: “Ist Design Thinking die richtige Methode für mich/mein Team?”

Wir haben diesbezüglich mal unsere Erfahrungen aus der Workshop-Praxis gebündelt und versuchen euch in diesem Beitrag einige möglichst objektive Antworten über folgende Fragen zu geben:

    1. Was ist eigentlich Design Thinking?
    2. Ist Design Thinking die richtige Methode für mich/mein Team?
    3. Welche anderen weiterführenden Themen empfehlt ihr mir?

1. Was ist eigentlich Design Thinking?

Design Thinking ist ein iterativer Prozess, in dem durch neues Kundenverständnis die eigenen vorgefertigten Meinungen und bestehende Prozesse hinterfragt werden, um die eigenen Herausforderungen auf eine neue Art zu definieren und damit innovative Lösungsansätze zu finden, die auf den ersten Blick nicht sichtbar waren. Oder einfacher ausgedrückt: Es handelt sich um einen Kreativprozess, um eure Kunden besser zu verstehen und damit neue Lösungen zu finden.

In einem Design Thinking Prozess durchläuft man mehrere Phasen des Verständnisses und der Ideenvalidierung. Es ist durchaus möglich, dass man bereits in einem einzelnen kurzen Workshop eine Idee findet, die praktisch umgesetzt werden kann und positive Ergebnisse erzielt. Man sollte sich allerdings bewusst sein, dass der Iterationsprozess ein Grundbestandteil von Design Thinking ist, d.h. es kann durchaus mehrere eigene Workshops benötigen, bis ihr einen neuen Ansatz findet, der zu eurer Herausforderung passt.

Nach dem Erlernen dieser Methode könnt ihr im Besten Fall diesen Prozess auch allein bzw. ohne externe Workshopbetreuung in eurem Unternehmen weiter einsetzen und auf andere Herausforderungen anwenden.

 


2. Ist Design Thinking die richtige Methode für mich/mein Team?

Grundsätzlich ist Design Thinking ein Ansatz, der auf eine unglaubliche Vielzahl an Herausforderungen angewendet werden kann. Wir haben uns trotzdem mal in unserer Besenkammer eingeschlossen und uns gezwungen, auf Grundlage unserer Erfahrungen zu definieren wer für einen Design Thinking Prozess optimale Bedingungen besitzt und wer nicht.

Direkt vorab Folgendes: Design Thinking als Methode ist komplett unabhängig vom Art des Unternehmens, Herausforderung, Services, Unternehmensgröße oder Kundenzielsegment. Spannender wird es dann bei den hemmenden und fördernden Unternehmensaspekten:

Prozessfördernd (wenn ihr 1-2 Punkte in eurer Firma seht, könnte das eine gute Methode für euch sein):

      • Offene oder innovative Unternehmenskultur (Mitarbeiterförderung, Neugierde an neuen/anderen Prozessen)
      • Mitarbeiter und Chefs, die noch ambitionierte Ziele erreichen wollen, statt (durchaus erfolgreichen) Status Quo zu verwalten
      • Innovationsteam/Innovationsmanager im Unternehmen
      • Vertrautheit mit digitalen Lösungen in den Firmenprozessen
      • Aktives Interesse neue Produkte/Kundengruppen zu erschließen
      • Das Unternehmen ist im Veränderungs/Modernisierungsprozess

Prozesshemmend (wenn ihr 1-2 Punkte in eurer Firma seht, wird das vermutlich keine gute Methode für euch sein):

      • Komplett an der Auslastungsgrenze, absolut keine Zeitkapazitäten oder Budget
      • “Alte” Strukturen & strikte Hierarchien
      • Allgemeine Mitarbeiterkommunikation per Zettel/Brief
      • Kein Buy-In/Unterstützungs des Chefs für neue Ansätze
      • Du bist Einzelgründer am Anfang deines Gründungsprozesses

Grob zusammengefasst kann man das auf folgendes destillieren: Wer sich bereits an oder über der zeitlichen und monetären Auslastungsgrenze befindet, wird vermutlich aktuell keine Energie haben einen Design Thinking Prozess zu durchlaufen. Wir stellen oft fest, dass solche Unternehmen (verständlicherweise) aufgrund fehlender Kapazitäten ihr Engagement in ihre Tagesaufgaben stecken, statt Zeit in neue Methoden und innovative Ansätzen zu investieren. Dadurch sind natürlich bei einem iterativen Prozess nur schwer produktive Ergebnisse zu erzielen.

Euer Unternehmen/ihr seid dagegen offen für Neues? Dann könnte Design Thinking der richtige Ansatz für euch sein. Oft haben Unternehmen bereits eine Kultur, die neuartige Konzepte fördert, aber es fehlt an Struktur, diese Konzepte effektiv einzusetzen oder auch einfach Konzentration sich wirklich mal eingehend mit einem neuen Thema zu beschäftigen. Solange ihr allerdings Kapazitäten, Interesse und Lust habt, euch als Person oder Unternehmen weiterzuentwickeln, könnte Design Thinking ein wirklich wertvolles Werkzeug in eurem Handwerkskasten werden.

 


3. Welche anderen weiterführenden Themen empfehlt ihr mir? 

Das Thema hört natürlich an dieser Stelle nicht auf und es gibt diverse weitere Fragen, die du dir eventuell stellst. Hier eine kleine Auswahl an Themen, die für dich aktuell relevant sein könnten:

 

Q-HUB Business Academy - Design Thinking