Nachdem wir vor kurzem erneut diese Frage gestellt bekamen, mussten wir uns wieder deutlich machen, dass es eben doch lohnt wirklich jede Frage mindestens einmal ausführlich zu beantworten. Bei den unendlich vielen Optionen an Formaten und Intensitäten ist es zugegebenermaßen recht schwierig die beste Option für deine Herausforderungen herauszufiltern.

Die erste Entscheidung wird in vielen Fällen vermutlich direkt durch ein verfügbares Budget gefällt, aber nur weil man einen Kurs bezahlen kann, heißt es noch nicht, dass das Format auch das richtige für dich oder dein Team wäre. Vielleicht ist es sinnvoller einen intensiveren Inhalt wahrzunehmen und doch noch nach etwas mehr Budget zu fragen, oder alternativ vielleicht ist es gerade in eurem jetzigen Moment auch sinnvoller Einblicke in mehrere Themen als Inspiration für eure Arbeitsabläufe zu bekommen.

Da wir selbst nun auch einige Formate anbieten (aber auch nicht alle), wollen wir sicherstellen, dass ihr die richtige Entscheidung trefft, euer Budget möglichst gewinnbringend einzusetzen und euch danach nicht zu ärgern, falls das Seminar doch nicht so gut gepasst hat, wie ihr euch das gewünscht hättet.

Ich würde die Möglichkeiten für die Formate in diese 3 verschiedenen Kategorien unterteilen, um wirklich den Sweetspot für eure Anforderungen zu finden. Entsprechend gliedern sich auch die Fragen, die wir hier beantworten wollen:

1. Art: Beratung/Coaching, Workshop/Seminar oder Ausbildung?
2. Zeit: 4h, 1 Tag, 2 Tage oder 1 Woche und mehr?
3. Ort und Teamfokus: Inhouse oder offene Veranstaltung?

 


1. Welche Art von Inhalt ist die richtige für meine Herausforderung?

Die Frage ist vermutlich in der Regel am Einfachsten zu beantworten, weil sie konkret mit deiner Zielsetzung einhergeht. Was ist deine Motivation ein bestimmtes Thema wahrnehmen zu wollen? Diese Motivation verrät dir im Prinzip schon alles was du dazu wissen musst:

Ausbildung:
Du willst selbst andere trainieren und potentiell für deine Firma oder für dich selbst mit deinen erlernten Inhalten Geld verdienen? Du willst direkt als Experte von deiner Wissensreise zurückkommen? Dieses Format ist zwar preislich sehr hoch angesiedelt und auch sehr zeitintensiv (1 Woche und mehr), aber da du in der Regel planst, damit Geld zu verdienen oder für deine Firma intern eine wichtige Position für die Entwicklung und Umsetzung diese Themas einzunehmen, könnte eine Ausbildung in dem Bereich aber dennoch das Richtige für dich sein.

Beratung/ Coaching:
Du willst von einem Experten in deinem Prozess begleitet werden und das Thema konkret an deinen aktuellen Herausforderungen bearbeiten, statt dich erst selbst zu einem Experten zu entwickeln? Diese Form von Format ist ebenfalls ein längerer und durchaus preisintensiver Prozess,da hierbei über mehrere Wochen und Monate nicht nur Inhalte vermittelt werden, sondern deine Entwicklung von einem Experten regelmäßig überprüft und mit zielgerichteten Methoden und Impulsen für deinen aktuellen Stand nachgesteuert werden kann. Im Gegensatz zur Ausbildung fokussierst du dich allerdings durch die Betreuung mit Expertenwissen weniger auf dein Methodenwissen, sondern deine konkreten Herausforderungen.

Workshop/Seminar:
In der Regel die preisgünstigste Variante, sind Workshops ein sehr variables Format vom ersten Schnuppern, bis hin zum intensiven Auseinandersetzen mit dem Thema. Im Gegensatz zur Ausbildung und Beratungen solltest du hier allerding nicht erwarten sofort als Experte in das Thema einzusteigen und alle Prozesse in deiner Firma mit perfektem Methodenwissen umkrempeln zu können.

Es geht hier auch eher um eine Entwicklung deiner eigenen Kenntnisse, mit dem du dann selbst in deiner Firma (oder für dich selbst) verschiedene Prozesse und Methoden testen und überarbeiten kannst. Solltest du dich zum ersten Mal oder zum ersten Mal in einer neuen Intensität mit einem Thema auseinandersetzen wollen, könnten Workshops die sinnvollste Lösung für dich sein. Gerade da stellt sich aber folgende Frage…

 


2. Welcher Zeitrahmen ist für mich relevant?

Von 4h über eine Woche Fokusarbeit bis hin zu mehrere Monate Workshops mit verschiedenen Themenschwerpunkten und Testen des angewandten Wissens gibt es so ziemlich alle möglichen Zeitoptionen. Wir haben das mal grob wie folgt aufgeschlüsselt:

4 Stunden:
Hierbei geht es vor allem um einen ersten Einblick in ein Thema. Ist das Thema überhaupt relevant für euch? Oft stellen wir auch fest, dass bereits ein 4-Stunden Workshop Impulse gibt, die im Firmenalltag getestet und produktive Ergebnisse produzieren können. Allerdings gilt auch hierbei zu beachten, dass 4h nie ein vollständiger Kurs sein kann, der alle Inhalte eines Themas abbilden kann.

Für Mitarbeiter eines Unternehmensteams könnten diese ersten Eindrücke schon relativ viele Möglichkeiten eröffnen. Wir würden allerdings vor allem leitenden Mitarbeitern zu einem höheren Zeitinvestment als 4 Stunden raten, um verschiedene Aspekte des Themas kennenzulernen. Für einen ersten Impuls mal anders zu denken und neue Wege zu gehen oder auch einfach nur die Akzeptanz im Team anzutesten, könnte das Format aber dennoch perfekt für dich passen.

1 Tag:
Ein Ganztagesworkshop hat neben dem Zeitinvestment noch einen anderen wichtigen und unterschätzten Vorteil: Den Ausbruch aus dem Arbeitsalltag. Wenn nach einem 4-stündigen Workshopinhalt noch 4 Stunden Arbeit folgen, werden die Effekte des Workshops nicht optimal verarbeitet, die produktiven Workshopgedanken weichen den Beschwerden über einen Kunden oder den stetig wachsenden Aufgabenberg und die Reflektion zum Workshopthema gerät schnell in den Hintergrund.

Wir würden aus dem Grund vor allem Leitenden Persönlichkeiten zu mindestens diesem Format raten, damit eventuelle Möglichkeiten undanwendbare Aspekte auch etwas Freiraum im Kopf finden, die vielen verschiedenen Möglichkeiten für eigene Herausforderungen zu untersuchen. Aber auch für nicht leitende Mitarbeiter könnten die 8 Stunden die effektivere Variante sein, wenn ihr bereits plant, diese Inhalte auch für euch umsetzen zu wollen.

2 Tag / Mehrere Einzeltage:
Alles ab 1 Tag ist relativ vergleichbar von der Effektivität der vermittelten Inhalte. Hier wird es eher wichtiger euch zu fragen, wieviel Zeit ihr euch realistisch nehmen könnt, um an einem neuen Konzept zu arbeiten, dass mit jedem weiteren Workshoptag euch mehr Methoden an die Hand gibt, um eure Herausforderungen auf den Prüfstand zu stellen. Der Vorteil hierbei ist auch, dass es durchaus möglich ist 2 Tage variabel zu legen, wie z.B. beide Workshoptage im Abstand von 2 Wochen.

Generell lässt sich auch hier sagen: Wenn ihr bereits all-in zu der gewünschten Methode seid und auch eure Kollegen/Mitarbeiter bereit sind den Weg mit euch zu gehen, könnten 2 Tage bereits einen Kickstart darstellen ein komplett neues Konzept für euch zu erarbeiten und direkt in die erste Umsetzung zu gehen.

1 Woche und mehr/ Fokuswochen:
Der Unterschied hierbei wäre sich wirklich 1 Woche oder mehr aus den Herausforderungen des Alltags zu lösen und mit einem Team konkret bereits im Workshop erste Möglichkeiten und Lösungen auszuarbeiten, die nicht nur umgesetzt werden, sondern auch getestet und in dieser Testumgebung weiteriteriert werden können. Die größte Schwierigkeit ist dabei oft natürlich sich für einen derartigen Zeitraum der Weiterentwicklung zu widmen.

Auch wenn dieses Format von der Inhaltsdichte und Effektivität sicherlich kaum schlagbar ist, ist es allerdings auch für das verfügbare Budget durchaus relevant zu überlegen, ob für die Herausforderungen auch ein geringere Zeitaufwand erstmal ausreichend wäre. Falls ihr allerdings ähnlich einer Beratung jetzt bereits fokussiert an Lösungsansätzen arbeiten wollt, ohne eine längerfristige Beratungsleistung in Anspruch zu nehmen, könnte das das richtige Format für euch sein.

 


3. Ort und Teamfokus

Update 13. März 2020:
Aufgrund der aktuellen Lage bzgl. Corona, empfehlen wir selbstverständlich erstmal nach Methoden zu suchen, um Workshops digital abzubilden.

Wir versuchen in diesem Artikel möglichst alle Facetten der Themen abzubilden. Beim Thema “Ort” müssen wir aber klar kapitulieren. Es gibt für uns kaum Gründe die dafür sprechen einen Workshop in der eigenen Firma abzuhalten, wofür wir wahrscheinlich nochmal einen eigenen Artikel schreiben sollten. Draußen, in einer Fabrikhalle, in den lokalen Workshopräumen, irgendwo nur nicht bei euch.

Warum? Wir merken jedes Mal wieviel Unterschied es macht, die Workshopteilnehmer aus ihrem Arbeitsumfeld zu holen und eben nicht doch noch mal eben Aufgabe X in der Mittagspause zu erledigen. Falls ihr natürlich dennoch auf jeden Cent achten müsst, stellt der Workshop in der eigenen Firma eine Option dar, nur eben… keine gute Option.

Einhergehend damit haben wir mit unseren Workshop auch eindeutig klare Trends ausgemacht, welche Unterschiede sich bei einem offenen Workhop (also Teilnehmerbetrag pro Person mit unterschiedlichen Firmen) und internen Workshop ergeben.

Vorteile offener Workshop:

1. Offene Workshops sind oft etwas “bunter” in der Ideenfindung und in meinen Augen auch etwas inspirierender wie verschiedene Ansätze in verschiedenen Bereichen zur Anwendung kommen. Wenn ihr also noch überlegt wie und wofür ihr euer gewähltes Thema aktuell einsetzen wollt und Inspiration eines euer Ziele ist, sind offene Workshops in eurer Umgebung vermutlich erstmal der richtige Anlaufpunkt.

2. Offene Workshops sind in der Regel günstiger, wenn eine Abteilung erstmal nur einen ersten Impuls bekommen will oder es ausreicht, dass eine Person (Teamleitung) die Impulse zurück in das Team trägt. Bei internen Workshops müssen natürlich ähnliche Kosten aufgefangen werden, die werden dann aber oft mit dem jeweiligen Unternehmen basierend auf den Herausforderungen und gewünschten Inhalten verhandelt.

3. Aufgrund des Preises sind offene Workshops auch in der Regel eine einfachere Methode erste Impulse für die eigene Weiterentwicklung oder die eures Teams zu bekommen und in einem Unternehmen zu rechtfertigen.

4. Durch den Kontakt zu anderen Unternehmen in offenen Workshops trainieren Teilnehmer auch oft sich selbst zu präsentieren und anderen Personen Inhalte näher zu bringen, die für euch im eigenen Unternehmen schon selbstverständlich wirken.

Vorteile interne Workshops:

1. In einem unternehmensspezifischen Workshop besprecht ihr in der Regel 100% eure eigenen Herausforderungen. Das hat natürlich den Vorteil, dass ihr nicht nur euer Methodenwissen stärkt, sondern direkt aus dem Workshop mit konkreten Ideen kommt, die ihr aktiv in eurer Firma testen könnt, statt die Ideenfindung für mögliche Optimierungen erst während eures Alltagsgeschäfts zu entwickeln.

2. Ihr könnt euer eigenes Team auf denselben Stand bringen und sicherstellen, dass ihr alle vom selben Thema redet und auf das selbe Ziel hinarbeitet. Es ist durchaus nicht unüblich nach einem Workshop hochmotiviert in die eigene Firma zurückzukehren und festzustellen, dass eure Kollegen euch spiegeln, dass sie keine Ahnung haben warum ihr euch mit ihnen über dieses Thema unterhalten wollt. Oft hilft in solchen Fällen eine außenstehende Person, die dieses Konzept und allgemeines Verständnis mit euch zusammen erarbeitet.

3. Gerade auch wenn es sich um sensitive Inhalte handelt, ist es natürlich einfacher diese Themen unter Kollegen auszuarbeiten, statt eventuell auch in eurer Workshopgruppe anderen Unternehmen zu präsentieren.

Damit haben wir euch hoffentlich eine Übersicht gegeben, wie sich die verschiedenen Formate zusammensetzen, so dass ihr die richtige Wahl für euer Anliegen treffen könnt. Wenn ihr dazu noch fragen habt, stellt sie uns gern und wir versuchen sie zu beantworten und mit in den Blogartikel einfließen zu lassen.